Neuigkeiten aus der Schreibwerkstatt #6


Im letzten Sommer haben wir in den Ferien eine Schreibwerkstatt für Kinder und Jugendliche angeboten. Unter der Anleitung des Jungautoren Yannik Röhr haben die Teilnehmerinnen Texte rund um das Thema:Liebe und Romantik geschrieben.

Schreibwerkstatt 2014 Bib 2

Den letzten Text “Über Liebe” von Yannik Röhr möchten wir euch heute vorstellen.

Über Liebe

Kaskaden aus Licht fallen von der Tischdecke, als die Kerzen darauf mit einem stillen Flackern zum Leben erwachen. Orange fließt auf Weiß und hellrote Schatten umrahmen deine schlanken Fingern, Finger zum Klavierspielen, zum Liebkosen, zum für immer festhalten.

Ich nehme deine Hand, fühle die Wärme und spüre jeden Augenblick, der durch unsere Adern strömt. Endlos, zeitlos.

Du lächelst, siehst mich an und Vertrauen glänzt in deinen Augen, zieht meine Blicke an. Saphir, hellblauer Achat…manchmal könnte ich dir gegenübersitzen und nur versuchen all die Farben deiner Iris zu zählen. Weil du etwas unendliches Kostbares bist, filigran wie eine Melodie, die mein Leben durchdringt.

Die letzte Zeit war stressig, hat mit eisernen Krallen an meinem Nervenkostüm gezerrt, mich gereizt, habe ich dich angeschrien? All dieser Ballast, all diese Gedanken perlen in deiner Gegenwart von mir ab.

Zusammen…du hast das Wort genommen und mir gezeigt, tausend Facetten genannt und erlebt und jeder Tag an deiner Seite ist ein neues Abenteuer. Wir stehen im Leben, zwischen Asphalt und Staub, Lärm und Pannen…es klappt nicht immer alles gut, es gibt Momente, in denen wir einander ankeifen oder uns grollend in uns selbst zurückziehen. Aber was zählt ist, dass wir immer wieder zurückkommen, dass wir an dieser Kostbarkeit festhalten, weil wir wissen, dass wir gemeinsam all das überdauern werden, dass wir zusammen alt werden…

Und ich will noch in fünfzig Jahren mit dir hier sitzen, deine Hand halten und dir in die Augen schauen.

Ich atme einmal tief durch, nehme einen kleinen Schluck des Rotweins, der in schmalstieligen Gläsern vor uns plätschert und greife in die Tasche meines Sakkos.

Sind sie das? Die Sekunden, an die ich mich für immer erinnern werde? Die Worte, die uns so vieles bedeuten?

Der Boden ist kalt, als ich mich hinknie und die kleine schwarze Schachtel öffne, während die ersten Umstehenden lächelnd in unsere Richtung schauen.

„Willst du mich heiraten?“

Und deine Augen, sie strahlen, künden von der Antwort nur Sekunden, bevor sie das Geschehene in Erinnerung gießen.

„Ich will.“

Ringsherum erklingt Applaus, hebt uns auf Flügeln des Glücks empor, als wir uns küssen, die Berührung Ewigkeit werden lassen…

Liebe ist eine Selbstverständlichkeit in jeglicher Geschlechterkonstellation.

Biblioversum Original

Im Rahmen unseres neuen Projektes “Biblioversum – Erlebe deine Bibliothek” bieten wir in den Sommerferien übrigens erneut eine “Schreibwerkstatt” unter der Leitung von Yannik Röhr für Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren an.

Mehr Informationen hierzu erhaltet ihr demnächst hier

Kategorien: 01. Aktuelles, 04. Veranstaltungen | Hinterlasse einen Kommentar

Neuigkeiten aus der Schreibwerkstatt #5


Im letzten Sommer haben wir in den Ferien eine Schreibwerkstatt für Kinder und Jugendliche angeboten. Unter der Anleitung des Jungautoren Yannik Röhr haben die Teilnehmerinnen Texte rund um das Thema:Liebe und Romantik geschrieben.

Schreibwerkstatt 2014 Bib 2

Einige dieser Texte möchten wir euch in den nächsten Tagen hier präsentieren.

Heute geht es weiter mit “Verlobung” von Lea Peters.

Verlobung

Der Ball. Der Ball meiner Träume! Dachte ich zumindest. Es war mein 16. Geburtstag. Der Tag, wo meine Mutter Ada, Königin von Karien und mein Vater, mich verloben würden. Mir kam es vor wie bei Satan im Teufelskreis. Ich fragte mich immer wieder, warum wir Frauen uns nicht in die Demokratie der Männer einmischen dürften. Gewiss, wir waren nicht so kriegserfahren wie sie und auch nicht so gebildet, aber ich finde, dass es das Recht aller Frauen ist ihre Meinung zu äußern. Schon lange hatte ich immer darum gebetet, dass Vater mir den Schwertkampf beibringt, aber er meinte immer: „Ach Tochter, Schwerter sind nichts für feine Damen!“ Und anstatt mir zu gewähren es zu versuchen, schenkte er mir immer Kleider. Aber an diesem Tag würde sich alles ändern, meinten meine Eltern. Ich wurde fein gemacht: Meine feinen, glatten, braunen Haare wurden gelockt und zusammengesteckt. Ich wurde mit einem schweren Diadem und vielen Perlen bestückt, vor allem im Haar. Die Perlen wurden mir reingeflochten. Ich musste meine Haizahnkette ablegen. Diese Kette schenkte mir der Knappe von Sir Moldin an meinem 12. Geburtstag. Mein sanftes Kleid wurde durch ein langes saphirblaues Kleid, das mit Bändern verziert war, ersetzt. Es war das Kleid, was Vater mir von seinem Treffen mit dem Grafen von Saint German mitgebracht hatte. Als ich in den Spiegel blickte, erkannte ich mich nicht wieder. Ich sah wie die Prinzessin von Karien aus, nicht wie die Tochter von Alexander dem Großen. Das war enttäuschend.

Ich betrat den Ballsaal. Er war prunkvoll bestückt. Von den Decken hingen Kronleuchter, die besetzt waren mit Kristallen. Als ich genauer hinsah, sah ich, dass es Rosenquarze waren. Überall bauschten Röcke vom Tanzen. Ich setzte mich auf eine Bank. Alle 2 Minuten kam ein Grafen- oder Fürstensohn und wollte mit mir tanzen. Aber ich wies sie alle mit einer eindeutigen Bewegung meines Fächers ab.

Da kam ein weiterer junger Mann und bat mich zu tanzen. Ich musterte ihn. Ein großer, blonder Mann. Er besaß eine ordentliche Statur, und sein Gang war nicht wie der der anderen Männer. Der Gang der anderen Männer sagte immer: Wir sind toll. Dieser Gang aber zeigte: Ich schaff das oder doch nicht? Dieser Gang war selbstbewusst und schüchtern zugleich. Ich wollte schon dieselbe Bewegung machen wie bei den anderen, aber da sah ich seine Augen. Sie waren strahlend braun mit grünen Sprenkeln. Sie waren wunderschön und ohne zu wissen, was ich tat, stand ich auf und schenkte ihm diesen Tanz. „Du trägst die Kette gar nicht, die ich dir schenkte!“ Jetzt ging mir ein Licht auf. „Jonathan.“ flüsterte ich.

Seid gespannt, denn morgen geht es mit dem nächsten Text weiter :-).

Im Rahmen unseres neuen Projektes “Biblioversum – Erlebe deine Bibliothek” bieten wir in den Sommerferien übrigens erneut eine “Schreibwerkstatt” unter der Leitung von Yannik Röhr für Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren an.

Mehr Informationen hierzu erhaltet ihr demnächst hier.

Biblioversum Original

Kategorien: 01. Aktuelles, 04. Veranstaltungen | Hinterlasse einen Kommentar

Neuigkeiten aus der Schreibwerkstatt #4


Im letzten Sommer haben wir in den Ferien eine Schreibwerkstatt für Kinder und Jugendliche angeboten. Unter der Anleitung des Jungautoren Yannik Röhr haben die Teilnehmerinnen Texte rund um das Thema:Liebe und Romantik geschrieben.

Schreibwerkstatt 2014 Bib 2

Einige dieser Texte möchten wir euch in den nächsten Tagen hier präsentieren.

Heute möchten wir euch “Perfect Fall” von Emilia Sobetzko vorstellen.

Perfect Fall

Sally´s Diary

Heute war es so weit, meine Tochter würde heiraten.

Schon als ich aufstand, merkte ich, dass das der perfekte Tag war. Eine Mischung aus Freude, Spannung und… ja, da war noch was. Trauer?

Natürlich Trauer, ich wollte meine Tochter schließlich nicht verlieren. Und genau genommen tat ich das auch nicht.

Gestern Abend, bei ihrem Jungesellinnenabschied, hatte sie der ganzen Menge, einschließlich mir, verkündet, dass sie immer meine kleine Tochter sein würde und dass sie das nie vergessen würde.

„Mum!“ Da war sie schon, mein kleiner Engel. Ach, ich wünschte ihr nur das Beste. „Steh auf! Ich werde heute heiraten!“ Lachend riss Thalia die Tür auf und fiel mir in die Arme. „Komm schon“, sagte ich lächelnd, „Wir haben noch viel zu tun.“

Und das stimmte. Ich musste die Küchenarbeiten überwachen, Thalias Dekoplan einreichen (sie wollte Architektin werden, und hatte somit das Aussehen der Festhalle genauestens geplant) und zum Schluss hatten wir besprochen, dass ich ihr beim Einkleiden helfe. Das war bei uns Tradition: Die drei besten Freundinnen der Braut halfen beim Einkleiden. Und Thalia hatte unter anderem mich ausgesucht, was ich sehr rührend fand.

Doch jetzt ging es erst mal los.

Rachel´s Diary

Da stand sie schon, die Braut! „Thalia!“, schrien wir, und rannten auf sie zu.

„Ach Leute, ich bin soo froh, dass ihr da seid!“ Wir fielen uns um den Hals.

„Es tut uns echt leid, dass wir gestern nicht kommen konnten“, sagte Betty bedauernd.

„Aber du weißt ja, wir mussten noch unsere Abschlussklausuren einreichen.“

Oh ja, das stimmte. „Doch jetzt sind wir befreit, und können uns voll und ganz auf dich konzentrieren, Tia!“, lachte ich.

„Na dann, kommt mal mit! Ihr müsst mir doch bei der Beaufsichtigung helfen!“

Es war ein Jammer, dass Betty und ich noch in San Francisco lebten, während Thalia nach Phoenix gezogen war. Man sah sich viel zu selten.

Aber wir waren und würden auch immer beste Freundinnen bleiben.

Tia hatte sich einen guten Tag für ihre Hochzeit ausgesucht, die Sonne strahlte fröhlich vom Himmel und die Luft war klar, überall zwitscherten Vögel und es war angenehm warm.

Sämtliche Angestellte, Bekannte und Familienmitglieder arbeiteten, um den Tag unvergesslich zu machen.

Und Betty und ich würden dabei helfen. Oh, ich wünschte ihr nur das Beste! Ich war so froh, dass sie ihren damals noch albernen Kleinkindertraum heute in die Tat umsetzen konnte.

„Bethany, Rachel! Wie schön, euch zu sehen!“ Sally, Tia´s Mum kam aus der Tür gelaufen, und schloss uns in die Arme.

„Jetzt aber schnell!“, drängte sie. „Meine Tochter heiratet in drei Stunden und ich will die perfekte Hochzeit für sie!“

Thalia´s Diary

Langsam schritt ich auf den Altar zu. Es war wie im Märchen, genauso hatte ich es mir seit meiner Kindheit vorgestellt.

Links und rechts von mir Familienmitglieder und Bekannte, Blumen, zartrosa, wundervolle Musik, und vor mir… er.

Ja, für ihn würde ich alles machen, nur damit es ihm gut ging.

Er lächelte mich an und ich lächelte zurück, wie schon unendliche Male. Was er wohl gerade dachte?

Ein Windstoß, der aus dem offenen Fenster hinter ihm hereinwehte, spielte mit seinen braunen Haaren, nur um dann seinen Weg bis zu mir fortzusetzen.

Meine Haare hoben sich und die Schleppe meines weißen, schulterfreien Kleides bewegte sich sanft. Ich rückte eine der zartrosa Blumen, die darauf befestigt waren, zurecht.

Dann war ich bei ihm angekommen.

Jeden Moment saugte ich in mir auf.

Ich prägte mir ganz genau ein, welche Bewegungen der Priester machte, studierte die Gesichtszüge meiner Mutter und merkte mir, wie sich der Kuss von ihm anfühlte.

Während die ganze Versammlung von Menschen, die ich liebte, glücklich applaudierte, war ich noch ganz in meiner eigenen Welt.

Bethany´s Diary

Nein, das war nicht fair.

Sie hatte ihren Spaß, während ich hier herumstand und zusehen musste.

Ich war doch viel hübscher als sie, mit meinen langen, blonden Haaren, den intensiv türkisen Augen und der schlanken Figur.

Sie dagegen, mit ihrem dreckig braunem Haar, und den gleichen Augen, den großen Füßen und den buschigen Augenbrauen, wurde begehrt?

Oh nein, ich war gekommen, um zu gewinnen.

Wie oft hatte ich mir schon die Bilder überlegt? Und genauso sollte es jetzt auch sein.

Ich stand hinten, in der offenen Kirchentür, und keiner achtete auf mich.

Alle starrten nach vorne, zu ihr, zu der, die perfekt war, lieb, nett und süß.

Und ja, jetzt würde es endlich mal etwas Interessantes zu sehen geben.

Jetzt war der Moment. Sie küssten sich, ahnungslos, glücklich. Aber nicht mehr lange.

Ich war gekommen, um zu gewinnen.

Und deshalb zog ich jetzt die Pistole unter meinem Kleid hervor.

Ich wollte ihr den perfekten Weg geben, den perfekten Fall.

Rot auf weiß, hatte ich mir vorgestellt. Rotes Blut auf dem weißen Kleid.

Drei Atemzüge noch.

Dann war der perfekte Moment gekommen. Wie ich es unendliche Male geübt hatte, hob ich das tödliche schwarze Ding und drückte ab.

Der Schuss zerschnitt die friedliche Stille und bevor jemand etwas machen konnte, hatte die Kugel ihr Ziel schon erreicht und bohrte sich mit Gewalt in Thalias Rücken.

Seid gespannt, denn morgen geht es mit dem nächsten Text weiter :-).

Im Rahmen unseres neuen Projektes “Biblioversum – Erlebe deine Bibliothek” bieten wir in den Sommerferien übrigens erneut eine “Schreibwerkstatt” unter der Leitung von Yannik Röhr für Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren an.

Mehr Informationen hierzu erhaltet ihr demnächst hier.

Biblioversum Original

Kategorien: 01. Aktuelles, 04. Veranstaltungen | Schlagwörter: , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Neuigkeiten aus der Schreibwerkstatt #3


Im letzten Sommer haben wir in den Ferien eine Schreibwerkstatt für Kinder und Jugendliche angeboten. Unter der Anleitung des Jungautoren Yannik Röhr haben die Teilnehmerinnen Texte rund um das Thema:Liebe und Romantik geschrieben.

Schreibwerkstatt 2014 Bib 2

Einige dieser Texte möchten wir euch in den nächsten Tagen hier präsentieren.

Heute möchten wir euch “In diesem Moment” von Yannik Röhr vorstellen.

In diesem Moment

Ich spüre deinen Atem auf meiner Haut, auf meinen Lippen, benetzt mich mit Geborgenheit, ein Sonnenaufgang vor meiner Nacht. Du hältst mich fest, beschützt mich und jede Berührung sendet Schauer über meinen Rücken.

Dich so nah bei mir zu wissen…du gibst mir Sicherheit, warst da, als ich dich gebraucht habe, als die Wellen aus Schwärze über mich zusammenschlugen, mein Leben umherwirbelten, tausend kleine Fetzen, Millionen Spiegelfragmente und du hast sie alle aufgesammelt, wieder zusammengesetzt, nur für mich.

Ich muss dich nicht sehen, um zu wissen, wer du bist. Das, was uns verbindet geht weit über Äußerlichkeiten hinaus. Du hast dich mir beschrieben, hast Bilder aus Worten von dir gemalt, sie schweben durch meinen Geist, deine Augen aus Bernstein, die vor deinem Licht strahlen.

Du lächelst. Meine Fingerkuppen fahren über deine Mundwinkel, gleiten deine Wangenknochen hinauf, liebkosen die zarten Falten über deinen Brauen. Ich ziehe dich zu mir, will dich nie wieder loslassen, will den Moment in Zeitlupe einfangen. Wir sind im Stadtpark. Der Duft von Rosen haftet an uns, lässt uns fallen und träumen…

Der Kuss bleibt, die anderen Besucher und die ganze Welt fließen um uns herum, an uns vorbei, sie bleiben unserem Paradies fern. Und ich fühle dich, deine Gegenwart, deine Liebe und Zuversicht.

„Ich liebe dich.“, sagst du und schmiegst dich enger an mich, ich spiele mit deinen Wimpern und streiche dir zärtlich über das feine Haar.

Denn nur du existierst in diesem Atemzug, nur deine Berührung und ich…sehe, wer du bist…

Seid gespannt, denn morgen geht es mit dem nächsten Text weiter :-).

Im Rahmen unseres neuen Projektes “Biblioversum – Erlebe deine Bibliothek” bieten wir in den Sommerferien übrigens erneut eine “Schreibwerkstatt” unter der Leitung von Yannik Röhr für Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren an.

Mehr Informationen hierzu erhaltet ihr demnächst hier.

Biblioversum Original

Kategorien: 01. Aktuelles, 04. Veranstaltungen | Schlagwörter: , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Neuigkeiten aus der Schreibwerkstatt #2


Im letzten Sommer haben wir in den Ferien eine Schreibwerkstatt für Kinder und Jugendliche angeboten. Unter der Anleitung des Jungautoren Yannik Röhr haben die Teilnehmerinnen Texte rund um das Thema:Liebe und Romantik geschrieben.

Schreibwerkstatt 2014 Bib 2

Einige dieser Texte möchten wir euch in den nächsten Tagen hier präsentieren.

Heute möchten wir euch “Der Mistelzweig am Geburtstag” von Lea Peters vorstellen.

Der Mistelzweig am Geburtstag

Vorspann

Ein kalter Schauder lief mir über den Rücken. Wenn er mich jetzt finden würde, wäre alles vorbei. Alles! Er hatte bereits meine Mum zusammengeschlagen. Ich hatte keinen Schiss. Ja, ich hatte nie Schiss aber dieses Mal hatte ich riesen Schiss. Er WAR mein Vater. Jetzt war er für mich nur noch ein Mörder. Ein Killer! Ich wusste, er roch mich, ich wusste, er hörte meinen schnellen Herzschlag und ich wusste, er roch meine Angst. „Luna! Ich weiß, du hörst mich, ich weiß, du bist hier. Komm raus, komm raus!“ Und ich kam raus. Ich kam aus meinem Versteck raus, nahm mir das Brecheisen vom Kamin und schlug ihm voll auf die Zwölf. Dann rannte ich weg.

Mittlerweile war es 3 Monate her, dass aus meinem Vater für mich ein fremder Mann geworden war. Ich bin eine Werwölfin. Dieses Gen habe ich von diesem Mann geerbt, den ich so hasse. Als ich abgehauen bin, musste ich mir ein neues Rudel suchen, weil ich mir dachte dass dieser Mann es nicht verdient hat, mich zu seinem Rudel zu zählen. Ich fand ein Rudel, an der Küste von San Francisco. Das Rudelalpha nahm mich mit großer Freude auf. In diesem Rudel lernte ich ganz andere Menschen kennen. Freundliche Menschen und 2 davon wurden meine besten Freunde. Carlissa, ein nettes Mädchen mit großer Lust am Leben und Jeremy, ein starker Kerl. Er passt zu dem Thema: ‚ Außen hart und innen weich! ‘ Wenn man ihn näher kennt, ist er gar nicht so dunkel, wie alle denken. „ Luna, Luna! Luna, wo bist du?“, das war Carlissa. „Mein Gott, schrei doch nicht so Car, du schreckst sie noch in die Flucht!“ und das war Jeremy. Wie immer motzig, aber auch auf eine Weise interessiert! Da gingen sie unter dem Ast durch, wo ich drauf stand. Es war mein Geburtstag und auch noch der 24. Dezember. Nicht gerade der Traum jedes Mädchens, aber man muss das Beste draus machen. Ich sprang vom Ast, machte im Sprung einen Salto und landete auf Jeremys Schultern. Ich hielt ihm die Augen zu. Er lachte und Carlissa schmiss sich vor lauter Lachen in den Schnee. Ich sprang nach hinten, landete auf meinen Füßen und half Carlissa hoch. Sie lachte weiter und lief mitten in den Wald hinein. Ich wollte ihr schon folgen, aber Jeremy hielt mich auf. „ Jer, bitte. Lass mich weiter!“ „ Nein, du bist mir was schuldig!“ Er deutete über uns: Ein Mistelzweig, oh nein! Er beugte sich vor. Alles in mir kribbelte. Jetzt war er nur noch wenige Millimeter von mir entfernt. „HEY“ ertönte ein Schrei neben uns. Es war Carlissa. Verlegen trete ich 3 Schritte zurück. Na das war es wohl mit dem Kuss unterm Mistelzweig!

Seid gespannt, denn morgen geht es mit dem nächsten Text weiter :-).

Im Rahmen unseres neuen Projektes “Biblioversum – Erlebe deine Bibliothek” bieten wir in den Sommerferien übrigens erneut eine “Schreibwerkstatt” unter der Leitung von Yannik Röhr für Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren an.

Mehr Informationen hierzu erhaltet ihr demnächst hier.

Biblioversum Original

Kategorien: 01. Aktuelles | Schlagwörter: , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com. The Adventure Journal Theme.